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Weinlexikon


Abgang 
Der Geschmack nach dem Schlucken. Die Dauer und Intensivität des Abgangs sind ein zuverlässiger Hinweis auf die Qualität des Weins.

Adstringierend 
Die Fähigkeit des Weines durch Gerbstoffe (Tannine und Säure) einen trockenen, pelzigen Geschmackseindruck hervorzurufen. Besonders bei jungen Rotweinen macht sich dabei eine je nach Rebsorte und Weinherstellung eine unterschiedlich starke Adstringenz bemerkbar.

Apfelsäure 
Mit der Apfelsäure ist die Säure von unreifen Trauben gemeint, die in schlechten Jahren hart und unangenehm sein kann..Sie gibt dem Weißwein aber oft die willkommene Frische und ist im Gegensatz im Rotwein immer unerwünscht.

Ausbau 
Alle Maßnahmen die im Keller zwischen der Vergärung und der Abfüllung in die Weinflasche stattfinden. Besondere Bedeutung hat erste längere Lagerung von jungem Wein im Tank oder Fass. Besonders für körperreiche Rotweine ist der Ausbau im Holzfass von Bedeutung. Durch den Kontakt mit Holz und Sauerstoff wird der Wein aromatisiert und erhält einen abgerundeten, harmonischen Geschmack mit der typischen Holznote.
Ausgewogen 
Ein ausgewogener Wein hat eine schöne Balance zwischen den wichtigsten Komponenten Alkohol, Süße, Säure Frucht und Tannine.

Aussehen 
Bezeichnet das äußere Erscheinungsbild und die Farbe des Weins. Man sagt dazu auch „Kleid“.
Barrique 
Ein kleines Eichenholzfass mit einem Inhalt von 225 Liter Inhalt. Sein Ursprung liegt in Frankreich (Bordelais), heute wird es weltweit für hochwertige Weine verwendet. Durch die Lagerung des Weins im Barrique wird das Aromaspektrum und die Gerbstoffe (Tannine) mit Komponenten aus dem Holz wie Röstaromen und Vanilletöne abzurundet. Je neuer das Fass, desto größer sein Einfluss auf den Geschmack.

Blumig 
Gute Weine weisen in der Regel eine große Zahl von Aromastoffen auf, die man beim Öffnen der Flasche und insbesondere durch Schwenken des Weins in einem entsprechenden Glas feststellt. Alle diese sind durchweg sehr angenehm, und wenn sie nur leicht vorhanden sind, bezeichnet man derartige Weine als duftig, wenn sie stärker ausgebildet sind als blumig.

Blüte 
Wie alle Früchte, so blühen auch Weinreben, ohne daß ihre Blüten einen Pfirsich-, Kirsch- oder Apfelbäumen vergleichbaren Ausdruck entwickeln, vielmehr eher unscheinbar sind. Diese Weinblüten, man spricht von Geschein, sind je nach Rebsorte besonders empfindlich gegen Kälte und Nässe, so daß kühles und/oder anhaltend regnerisches Wetter während der Blütezeit zu erheblichen Mengenverlusten bei der späteren Ernte führen kann.

Bodega 
Spanisch für Weinkeller, der jedoch in Spanien meist zu ebener Erde liegt. Ferner eine Bezeichnung für Weinkellerei mit den entsprechenden Einrichtungen. Ebenfalls als Weinschänke gebraucht. Bodega cooperativa bezeichnet eine Winzergenossenschaft.

Bukett 
Die Gesamtheit verschiedenartiger reizvoller und angenehmer Düfte, die ein guter, reifer Wein durch den Kontakt mit Sauerstoff ausströmt, bezeichnet man als Bukett; die Wirkungen eines derartigen Weins auf die Geruchsorgane können einen der schönsten Sinneseindrücke vermitteln. Viele Kenner sind in der Lage, allein schon am Bukett Herkunft, Rebsorte, ungefähres Alter, Art und Qualität eines Weins festzustellen. Junge Weine mögen Aroma, Duft, Wohlgeruch, Fruchtigkeit oder Blume besitzen - Bukett ist etwas anderes, obwohl es alle diese Eigenschaften mitenthalten kann. Durch die langsame Oxydation gewisser Bestandteile des Weins, unter anderm des Alkohols und vor allem der Polyphenole, entstehen Ester, die das Bukett vornehmlich verursachen. Weine aus nördlichen Gegenden und solche, die langsam und bei niedrigen Temperaturen vergoren wurden, haben in der Regel mehr Bukett als andere Weine. Ähnlich weisen Weine von kalkhaltigen, steinigen und gemeinhin weniger fruchtbaren Böden oder aus langsamer reifenden Rebsorten mehr Bukett auf. Man braucht im übrigen durchaus kein Experte zu sein, um das Bukett eines feinen Weines erkennen zu können und schätzen zu lernen.

Chai 
Französische Bezeichnung für das in der Regel oberirdische Weinlager eines Weingutes, während cave mitunter eher Keller im Sinne der Handelskellerei oder des privaten Weinkellers meint, ohne daß allerdings beide Begriffe stets strikt voneinander getrennt werden. Der maître du chai ist der Kellermeister.

Chambrieren 
Das Erwärmen von Rotwein von Keller- auf Zimmertemperatur. Trotz mancher moderner Hilfsmittel, wie Heizung, heißes Wasser oder Mikrowellenherd, bleibt die traditionelle Methode, den Wein rechtzeitig vor dem Servieren in das Zimmer zu bringen zur behutsamen, nicht schockartigen Erwärmung, nach wie vor das angemessene Verfahren.

Chaptalisieren 
Französischer Ausdruck für das Anreichern eines Mostes vor der Gärung mit Zucker zur Erhöhung des Alkoholgehaltes des Weins, auch Anreichern genannt.

Cru 
Herausragende Weinbergslage mit einem eigenem Charakter

Cuvée 
Bezeichnung für eine bestimmte Abfüllung oder Mischung von Weinen. Wird auch verwendet beim Champagner: Assemblage der verschiedenen Grundweinen.

Domäne 
In der Regel größeres Weingut, das sich meist im Besitz des Staates oder traditionell im Besitz einer Adelsfamilie befindet oder einen umfangreichen, breitgestreuten Besitz umfaßt .

Dekantieren 
Zwei sehr unterschiedliche Gründe können das Dekantieren eines Weines, also das Umgießen aus der Flasche in eine Karaffe erforderlich machen. Der durchweg bekannte und in der Regel befolgte Grund ist die Trennung des klaren Weins von dem in der Flasche gebildeten Depot. Da dieses selbst bei noch so vorsichtigem Einschenken aufgerüttelt wird und damit ins Glas gelangen würde, was angesichts der in diesem Niederschlag enthaltenen Bitterstoffe den Weingenuss - wie auch den Wein selbst - trüben würde, sollte ein derartiger Rotwein im allgemeinen vor dem Servieren dekantiert werden, indem man ihn behutsam und gegen das Licht einer brennenden Kerze in die Karaffe umgießt. Ob der fragliche Wein Depot gebildet hat, läßt sich zuvor leicht in der Flasche erkennen. Es versteht sich von selbst, daß diese Methode nur bei Rotweinen erforderlich ist, da Weißweine normalerweise kein Depot aus Schwebeteilchen bilden. Die etwaige Ausfällung von Weinstein erfordert kein Dekantieren, da es sich um kristalline Ausscheidungen handelt, die nicht nur keinen Einfluß auf den Geschmack haben, sondern auch nur bei grober Unachtsamkeit in das Weinglas gelangen.
Ein zweiter Grund für ein Dekantieren wird zumeist weitaus weniger beachtet, da er junge statt alte Weine betrifft, nämlich jene, deren Tannine sich tunlichst vor dem Genuß durch eine erhöhte Berührung mit Sauerstoff assimilieren sollten, um sie weniger aggressiv erscheinen zu lassen. Bei einer Reihe zumal tanninreicher, italienischer Rotweine empfiehlt sich ein derartiges Verfahren, aber auch bei dem einen oder anderen Bordeaux. Selbst einige noch junge und unfertige Weißweine können von einem Dekantieren profitieren. Schließlich gibt es noch alte Rotweine, die man trotz ihres Depots lieber nicht dekantieren sollte, da ihre fragilen Tannine der forcierten Sauerstoffzufuhr eventuell nicht standhalten. Dies ist jedoch keine Frage des Alters, sondern der Grundkonstitution des betreffenden Weins.

Depot 
Ablagerungen in der Weinflasche, besonders bei hochwertigen Rotweinen. Das Depot besteht hauptsächlich aus Farb- und Gerbstoffen, die der Wein erst nach längerer Lagerung in teilweise fester Form abgibt und somit ausscheidet. Dieses hat nichts mit Weinstein zu tun. Es betrifft vor allem gehaltvolle, gerbstoffreiche Rotweine, die auch längere Zeit im Eichenholzfass ausgebaut wurden. Dieser "Satz" sollte vom Wein getrennt werden, ehe man diesen trinkt. Da das Depot aber wesentlich zur Aromagebung und dem Gehalt des Weines beiträgt, ist es nun als Geschmacksträger voll akzeptiert, und man betrachtet es in positiver Art und Weise als Gütezeichen. Sobald ein Wein ein Depot aufweist, ist damit in der Regel auch schon der Anfang seiner Trinkreife erreicht.

Duftig 
Bezeichnung für einen Wein mit einem zarten, feinen Duft. Die Steigerung wäre blumig.

Dünn 
Ausdruck für einen geringen, wäßrigen oder verwässerten Wein, der Körper und Struktur vermissen läßt, vielleicht auch über einen zu niedrigen Alkoholgehalt verfügt. Die Gründe dafür können ein nach den gesetzlichen Mindestanforderungen unzureichend ausgebauter und abgefüllter Kabinettwein sein, eine völlig verregnete Ernte, aber auch weit über das zuträgliche Maß hinaus gesteigerte Erträge.

Ehrlich 
Ein nicht sehr bedeutender, jedoch sauberer Wein, der nichts vorgibt, was er nicht einlöst.

Elegant 
Ausdruck für harmonisch ausgeglichene und geschliffene Weine. Ausgezeichnete bis hin zu ganz großen Weinen können elegant sein bzw. werden es vielfach durch Altern, einfache Weine werden es nahezu nie.

Entrappen 
Das Abtrennen der Beeren von den Traubenstielen vor der Gärung (bei Rotweinen) bzw. vor der Kelterung (bei Weißweinen) wird als Entrappen, in Österreich als Rebeln bezeichnet. Abbeeren.

Erzeugerabfüllung 
Der Wein wurde vom Produzenten aus eigenen Trauben gekeltert und selbst abgefüllt. (frz. Au chateau, it. Imbottigigliato all`origine)

Farbe 
Aus der Farbe eines Weins, gegen das Licht oder einen weißen Untergrund betrachtet, lassen sich bereits eine ganze Reihe von Rückschlüssen auf seine Qualität und sein Alter ziehen. Ein guter Wein muß unbedingt klar und glanzhell sein. Bei trockenen Weißweinen schwankt die Farbe von sehr blaß bis zu einem kräftigen Goldgelb, wobei der junge Weine grünliche Schattierungen erkennen läßt. Regionale Faktoren, Rebsorten, Jahrgänge, Vinifikation und Ausbau haben jedoch erheblichen Einfluß auf die Farbe des Weins.
Anders als beim Rotwein ist allerdings ein Mangel an Farbe im allgemeinen nicht negativ zu bewerten, eher ein Überschuß. So deuten eine Hochfarbigkeit, leichte bernsteinfarbene oder braune Schattierungen zumeist an, daß der Wein seinen Höhepunkt überschritten hat. Süße Weißweine weisen dagegen meist mehr Farbe auf, sind vielfach goldfarben, während eine Brauntönung ein zu weit fortgeschrittenes Alter signalisiert.

Finesse 
Ein Wein mit Finesse verfügt über Rasse, Klasse, Eleganz, Nuancen und Vornehmheit. Ein körperreicher Wein mit Finesse kann groß sein, ohne Finesse wäre er schwer und wohl etwas gewöhnlich.

Fruchtig 
Ein Wein sollte über Frucht verfügen und diese auch noch nach Jahren erkennen lassen. Doch dem Modetrend der Zeit und ihrem Jugendlichkeitsideal entsprechend folgt daraus zumal beim Weißwein durch entsprechende Vinifikations- und Ausbaumethoden vielfach eine Überbetonung von primären Elementen, so daß es dem Wein beim Übergang in seine sekundäre Reifephase an Kraft und Charakter fehlt. Selbst bei Rotweinen findet sich diese Situation heute vielfach. Ein Beaujolais unserer Tage lebt von seiner Frische und Fruchtigkeit. Von einem herausragenden Burgunder - wie übrigens auch von einem klassischen Beaujolais - sollte man jedoch mehr erwarten können. Fruchtigkeit ist also eine positive Eigenschaft, doch sollte man sie nicht auf Kosten anderer Wertmerkmale des Weins überbetonen.

Geschmeidig 
Bezeichnung für einen ausgeglichenen, harmonisch abgerundeten Wein mit weichem, nicht zu ausladenden Körper und dezenter Struktur. Hierbei kann es sich entweder um einen für einen relativ jungen Jahrgang typischen Geschmackseindruck handeln - im Unterschied zu säure- und/oder tanninbetonten Jahrgängen - oder um einen reifen Wein, der nach Jahren oder Jahrzehnten des Alterns seinen Höhepunkt erreicht hat. Ein extrem entsäuerter Wein ist dagegen nicht geschmeidig, sondern fad und ausdruckslos, ein im Körper zu üppiger Wein dick und plump.

Groß 
Große Weine gleichen großen Werken der Kunst und sind entsprechend rar. Es handelt sich mithin um ein Attribut, das man nur in Ausnahmefällen auf einen Wein anwenden wird. Doch dann bezeichnet es einen Wein von geradezu perfekter Harmonie, von einem feinen Bukett, großartiger Balance von Körper, Tiefe und Struktur, versehen mit viel Eleganz und einem nachhaltigen Abgang, einem Wein, wie man ihm nur selten begegnet.

Halbtrocken 
Eine innererhalb der EU geregelte Bezeichnung für Weine mit einem maximalem Restzuckergehalt von 18 Gramm pro Liter.

Harmonisch 
Bezeichnung für einen ausgeglichenen Wein, bei dem alle Geschmackskomponenten ausgewogen aufeinander abgestimmt sind. Wirkliche Harmonie erreichen nur bedeutende Weiß - wie Rotweine durch Altern mittels langsamer Reifung auf der Flasche. Es versteht sich von selbst, daß das Niveau und die Feinheit dieser Harmonie jeder künstlich durch entsprechende Kellerbehandlung erzwungenen weit überlegen ist.
Hektar 
Flächenmaß, das 10.000 Quatratmeter umfaßt. In Europa wird der Umfang von Rebflächen in der Regel in Hektar (ha) angegeben.

Herzhaft 
Ein kräftiger, markanter Wein mit einer guten Säurestruktur. Vermutlich wird damit kein bemerkenswerter Wein gemeint sein, doch in aller Regel ein sehr angenehmer.

Karaffe 
Vielfach kunstvoll geformte Flasche aus durchsichtigem Glas, in der Wein serviert wird. Heute benutzt man sie im allgemeinen für Weine, die vor dem Servieren dekantiert werden, um den Wein von seinem Depot zu trennen oder die Tannine zu assimilieren. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurden in Frankreich einfache Weine nicht auf Flaschen gefüllt, sondern in den Gaststätten und Restaurants vom Faß in Karaffen abgezapft und offen ausgeschenkt. Derartige Weine bezeichnete man pauschal als Vins de carafe. Kleine Karaffen nennt man carafon.

Kirchenfenster 
Die nach dem Schwenken am Glas herablaufende wasserfarbige Tränen. Diese deuten auf viel Extrakt hin, besonders auf Alkohol und Glycerin.

Komplex 
Damit ist ein Wein gemeint, der reich an verschiedenene Nuancen in Duft und Geschmack ist.

Körper 
Unkundige Weintrinker verwechseln Körper oft mit Alkohol und neigen bei dem Vergleich von zwei ähnlichen Weinen in der Regel zu dem alkoholreicheren, da ihnen der andere im Körper mager erscheint. Tatsächlich meint jedoch Körper bei einem Wein etwas ganz anderes und hat etwas mit seiner Substanz zu tun. Ein körperreicher Wein muß nicht viel Alkohol besitzen, wohl aber einen relativ hohen Extrakt. Obgleich ein Wein mit wenig Körper dazu neigt, dünn zu sein, muß ein Wein mit viel Körper nicht unbedingt gut sein; er kann sogar als dick oder plump erscheinen. Wie viel Körper ein Wein haben sollte, hängt ganz von der Art des Weines ab und unterliegt in besonderem Maße Jahrgangsschwankungen.

Leicht 
Ein Begriff mit zweierlei Bedeutung, der einen Wein mit einem schwachen Körper bezeichnen kann, der durch das unterdurchschnittliche Niveau eines Jahrgangs, durch überzogen hohe Hektarerträge oder durch Versäumnisse oder Fehler bei Vinifikation oder Ausbau verursacht ist. Er kann aber auch einen Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt meinen.

Magnum 
Weinflasche mit dem doppelten Fassungsvermögen einer normalen Flasche, also 1,5 l. Da Weine um so langsamer reifen, je größer der Behälter ist, wird in guten und besseren Jahren besonders in Bordeaux und in Burgund ein Teil des Weins in Magnum-Flaschen abgefüllt.

Maische 
Bei der Weinbereitung  werden die Trauben in einer Mühle zerdrückt, so dass ein Gemisch aus Traubenkernen, Schalen und Most entsteht.
Most 
Noch nicht vergorener oder gerade in Gärung befindlicher Traubensaft wird so lange als Most bezeichnet, bis Wein daraus geworden ist.

Oechsle 
Die Maßeinheit für das Mostgewicht , womit man auf den Zuckergehalt der Trauben schließen kann.

Önologie 
Die Lehre vom Wein.

Oxydativ 
Farb- und Geschmackseindruck eines Weins, der stärkerer Luftzufuhr ausgesetzt war. Während ein leicht oxydativer Ton einem Wein sehr gut anstehen kann, wird man dies von einem oxydierten Wein nicht behaupten können.
Rassig 
Ein lebendiger Wein mit einer schönen, den Charakter des Weins vorteilhaft unterstreichenden Säure.

Reinsortig 
Weine, die aus einer einigen Rebsorte gekeltert wurden.

Rund 
Ein ausgeglichener, vollständiger Wein ohne größeren Fehler. Ob es jedoch als Kompliment gelten kann, ist eher eine Frage des Alters. Ein jugendlicher Wein sollte in der Regel nicht rund sein, und rund kann auf einen vorzeitig gealterten Wein hinweisen. Ist aber ein Wein nach Jahren des Alterns rund, mag dieses einen ausgeglichenen, harmonischen Wein auf seinem Höhepunkt bezeichnen, und dann ist es sicherlich ein großes Lob.

Säure 
Jeder Wein hat einen gewissen Säuregehalt. Ist dieser zu gering, schmeckt der Wein schal, fad und abgestanden. Ein saurer Wein hat dagegen einen zu hohen Säuregrad. Normalerweise kommen in einem Wein Weinsäure, Milchsäure und Äpfelsäure vor. Dagegen sollte der Wein nicht nach Essig schmecken oder riechen, d.h. keine erkennbare Essigsäure aufweisen, sonst ist er verdorben.

Schönen 
Dient der Klärung sowie der geschmacklichen Harmonisierung von Wein. Das klassische, für Weine hoher Qualität angewandte Verfahren ist die Schönung mit Eiweiß, das dem Wein hinzugefügt wird und mit den Trubstoffen langsam zum Boden des Weinbehälter sinkt.

Spritzig 
Ein junger, angenehmer Wein mit einer Restkohlensäure.

Süßresreve 
Unvergorener, süßer Most, der dem Wein zum Zweck der nachträglichen Süßung hinzugefügt wird.

Tannin 
Die im Wein enthaltene Tannine stammen von den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben oder aus dem Holz des Fasses. Sie verleihen den Rotweinen Gewicht und Struktur und bewirken im Mund ein adstringierendes (siehe dort) Gefühl. Zudem lassen sie den Wein anders reifen und tragen zu seiner Haltbarkeit bei.

Terroir 
Ein aus dem Französischen stammenden Begriff zur Beschreibung der Gesamtheit der Faktoren, die an einem bestimmten Ort auf eine Wein einwirken. Dieses unfasst Boden, Lage und Klima ebenso wie den menschlichen Faktor Tradition. Erst das Zusammenwirken all dieser Faktoren schenken dem Wein seinen unverwechselbaren Charakter.

Trester 
Bezeichnung für die festen Bestandteile der Trauben, die nach der Kelterung zurückbleiben. Im Französischen marc.

Trocken 
Bei Weinen bezeichnet man das Gegenteil von süß nicht als sauer, sondern als trocken. So deklarierte Weine dürfen nur wenig Restzucker aufweisen . Der Bezeichnung trocken entsprechen die Ausdrücke asciutto, dry, sec, secco, seco, xeros.

Verschnitt 
Eine Mischung von Weinen aus unterschiedlichen Traubensorten, Lagen, Stile und Jahrgänge mit dem Ziel konstanter Qualität und Ausgeglichenheit. (frz. Cuvee)

Vinifikation 
Der Prozess, in dessen Verlauf aus Traubensaft Wein wird.

Weinjahrgänge 
Jedes Jahr gibt es einen neuen Jahrgang, doch kein Jahrgang gleicht völlig einem anderen Jahrgang, da zu viele Faktoren die Qualität des Weins bestimmen, die nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern auch von Gemeinde zu Gemeinde, von Ort zu Ort, ja von Lage zu Lage innerhalb desselben Jahres sehr unterschiedlich ausfallen können.
Weinstein 
Bei abgefüllten Weinen lagern sich Weinsäurekristalle in den Flaschen bei niedrigen Temperaturen am Boden ab (Weinsteinausfällung). Auf diese Weise bauen gute Weine ihre überschüssige Säure ab. Weinstein findet sich daher mitunter in Flaschen guter Weine, ohne daß dadurch die Qualität des Weines in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird. Das Auftreten von Weinstein ist daher kein Fehler, sondern eher ein Zeichen für Qualität.

Weinstraße 
Aus Gründen der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit weisen heute viele Weinbaugebiete in nahezu allen Weinbauländern "Weinstraßen" aus, die den Touristen angemessen durch ein Weinbaugebiet leiten sollen. Eine der ältesten und in Deutschland sicherlich die bekannteste Weinstraße befindet sich in der Pfalz: Diese "Deutsche Weinstraße " verläuft parallel dem Höhenzug der Haardt von Bockenheim an der Unterhaardt über Kallstadt, Bad Dürkheim, Wachenheim, Forst, Deidesheim, Neustadt bis nach Schweigen, wo sie am "Deutschen Weintor" endet.
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